Turnverein Biel - Madretsch
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  Seeländisches Turnfest in Bözingen (24.-26.6.2005)
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Üblicherweise beginnt der Bericht über ein Turnfest mit einem Hurra – wir haben wieder die Punktzahl vom letzten Fest übertroffen. Beim TVM ist dies leider nicht der Fall, da keine Aktivriege mehr besteht. Doch ein solches Fest braucht auch einen Hintergrund und viele Helfer, und da waren die Madretscher dabei. Im Kampfgericht Gymnastik waren die Gehirnakrobaten Käser Hans und Engelmann Fred die gefragten Männer und der Computer spukte die Noten für die angespannten Leiter am Wettkampfplatz direkt aus. An einem Turnfest sind aber nicht nur Noten, Hundertstel oder Treffer wichtig, da melden sich auch ganz normale Triebe wie Hunger oder Durst und dies bei solchem Prachtswetter sowieso – und der Platzspeaker sagte es nicht bloss als Werbung, dass viel und besonders Wasser getrunken werden soll. Dafür gab es vor dem Gymnastikplatz einen Getränkestand vom DTV und TVM. Heidi Käser und Heinz Stadler haben eine tolle Equipe aufgestellt, die Tranksame und Grillsachen und natürlich Pommes frites an den Mann, die Frau und Kinder verkauften. Es war eine fröhliche und gute Zusammenarbeit mit kleinen Stosszeiten und ist ein Lichtblick für andere Anlässe. 

Der TV Bözingen mit einem jungen, neuartig strukturierten OK und vielen Helfern aus den Quartieren der Stadt Biel hat ein gut gelungenes Turnfest organisiert und mit Wetterglück und optimalen Anlagen zu einer bleibenden Erinnerung gebracht. Dafür sind wir allen zu Dank verpflichtet und vergessen auch unseren Xaver als Präsident des TSB nicht. Am Sonntag beim Empfang der Ehrengäste gab es "Kafi mit Gipfeli" anstelle von Ehrenwein und dies zur Freude vieler Eingeladener.

Auch ein Turnfest und nicht bloss die Sendung vom Internat am Fernsehen gibt immer Gelegenheit an frühere Zeiten zu denken. Als ich vor fünfzig Jahren meine erste Gymnastik mitmachte war in militärischer Formation anzutreten. Die ganze Sektion in weissem Tenü und schwarzen Halbschuhen. Vor dem Fest gab es am Sonntagmorgen um 7 Uhr eine Hauptprobe und eine Minute Verspätung hätte das Aus bedeutet. Ob nun meine Sektion mit 9 Mann oder wie Madretsch dann zumal mit 100 aufmarschierten, die Stimme des Oberturners war entscheidend, ja auch am Barren konnte er mit Eins, zwei uuuuuuuund drei die Stemme rückwärts betonen. Ich werde nie vergessen wie wir bei den allgemeinen Übungen aller teilnehmenden Sektionen der Schweiz beim Armschwingen mit sch… stimmlich mitgemacht haben.

Heute ist vieles anders, vor allem bunter geworden. Die Tenü sind farbiger und mit den mitturnenden Frauen anmutiger geworden, was aber ja nicht heisst, dass eine Gymnastik weniger anspruchsvoll sei – im Gegenteil. Die Vorführungen von meist aktuellen Musik-Hits dirigiert, nur in Socken geturnt, dafür links rot und rechts weiss und mit Handgeräten wie aufgeblasenen Ballons oder farbigen Tüchern bereichert. Lustig sind die Einlagen mit can can oder sogar einem mithüpfendem Straussenvogel. Auffallend ist vor allem dass die Vorstellungen mit einem Anfangsbild und vielfach einer Schlussakrobatik eingebunden werden. Bereichernd aufgefallen sind mir die vielen jungen Kampfrichterinnen in allen Sparten. Ob nun an einem Jugendriegentag oder bei den Aktiven ist das Spiel und insbesondere der Staffettenlauf der direkte Wettkampf und sorgt auch beim Publikum für Spannung und Emotionen. Die Geräte-Disziplinen werden auch bei schönem Wetter in der Halle ausgetragen und waren für mich sehr eindrücklich was die Kombinationen mit zwei und mehr Geräten und in entgegen gesetzten Richtungen geturnt oder wirbelnd gesprungen. Für die Unterkunft sorgen mehr und mehr eigene Zelte, Wohnwagen oder gar alte Car, wo wir früher auf harten Schulhausböden versuchten ein paar wenige Stunden zu schlafen.

Mit diesem gestern, heute kommt unwillkürlich die Frage nach dem morgen oder den Turnfesten in fünfzig Jahren. Fast wehmütig aber vernünftig genug weiss ich, dass ich dann nicht mehr berichten kann und glaube auch, dass sich Turnfeste in einem solchen Rahmen und sicher wieder neuen Trends und Grösse nicht mehr erhalten können.

Ruedi Eugster

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